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Er steht allein und trägt eine Welt



Und vielleicht ist es genau das, was ihn so besonders macht. Er braucht niemanden, um vollständig zu sein. Er steht dort, still und unbeirrbar und trägt in sich all das, was andere nicht einmal im Ansatz als Gefühl erkennen würden.

Seine Äste erzählen von Dingen, für die es keine Worte gibt. Seine Rinde trägt Spuren von Zeiten, die längst vergangen sind. Und tief in seinen Wurzeln scheint etwas zu liegen, das man nicht sehen kann aber fühlen, wenn man bereit ist, wirklich hinzusehen.

Für die meisten ist er vielleicht nur ein Baum, der allein auf seinem Platz steht.

Für mich ist er ein Spiegel von etwas, das viel tiefer geht.

Er hat mir die Augen geöffnet für die leisen Dinge.

Für Gefühle, die keinen Namen brauchen.

Für das, was zwischen den Zeilen liegt und von anderen oft übersehen wird. Er hat mir gezeigt, dass Einsamkeit nicht immer bedeutet, verloren zu sein – und dass in der Stille manchmal mehr Gefühl steckt als in tausend gesprochenen Worten.

Doch in ihm scheint eine ganze Welt zu leben.

Und vielleicht berührt er mich gerade deshalb so sehr, weil ich in seiner Stille etwas erkenne, das andere niemals sehen werden.


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7 Gedanken zu „Er steht allein und trägt eine Welt

  1. Von der Natur lässt sich so viel lernen. Liesse sich. So einfach ist es leider nicht. Das Bewusstsein aber, dass da so viel steckt, zugänglich wäre, ist eine Goldgrube. Ich las mal, Blumen blühen nicht, um zu gefallen, sie blühen, weil das ihre Bestimmung ist. Und gerade drum gefallen sie. Mit Bäumen ist es ähnlich. Nur wir Menschen denken oft, wir müssten auf eine Weise sein, die dann gefällt. Dabei können wir nur verlieren.

    Was ich bei Bäumen auch immer wieder denke: Was hat dieser Baum schon alles erlebt, wie viele Stürme überstanden.

    • Liebe Sandra.
      Jetzt forderst du mich aber dezent heraus
      Das Thema ist sicherlich nicht leicht und verlangt nach Philosophie.
      Besonders wichtig finde ich da etwas zu Unterscheiden.
      Es ist meine ureigenste Meinung zu diesem interessanten Thema.
      Bestimmung ist für mich nicht dasselbe wie Sinn, das glaube ich zumindest.

      Bei einer Blume kann man sagen: Ihre „Bestimmung“ liegt gewissermaßen in ihrem Wesen. Sie wächst, blüht, trägt vielleicht Samen, sie muss sich nicht fragen, ob sie richtig oder schön blüht, da gebe ich dir absolut recht, da stimme ich dir sehr gerne zu.

      Beim Menschen ist es schwieriger. Ich weiß nicht, ob jeder Mensch mit einer festgelegten Bestimmung auf die Welt kommt. Vielleicht gibt es sie. Vielleicht entsteht sie erst im Laufe des Lebens. Und vielleicht ist beides wahr, dass uns etwas mitgegeben wurde und wir zugleich entscheiden, was wir daraus machen.

      Jetzt wird es diskret ernst :

      Es gibt Dinge, die einfach geschehen, ohne dass ich sagen würde, sie hätten deshalb eine Bestimmung. Ein Verlust, eine Krankheit, ein Unfall, ein Abschied, ich würde mich davor hüten zu sagen: Das musste passieren, damit ich oder andere daraus etwas lernen.

      Aber, es gibt noch eine andere Möglichkeit.
      Etwas kann geschehen, ohne einen Sinn zu haben, und wir können diesem trotzdem einen Sinn geben.

      Vielleicht ist das beim Menschen sogar ein wesentlicher Unterschied zur Natur. Der Baum muss seinen Sinn nicht suchen. Wir suchen ihn und manchmal entsteht er gerade dadurch, dass wir uns dem, was ist, wirklich zuwenden, so besteht mein Eindruck auf die Dinge.

      Und vielleicht liegt darin auch etwas von deinem Gedanken über die Bäume.
      Ein alter Baum sieht nicht aus wie ein Baum, der immer ideale Bedingungen hatte. Er sieht aus wie dieser eine Baum, der dieses eine Leben gelebt und alle seine Stürme überstanden hat, das empfinde ich auch in diesem Moment.

      Wir Menschen sollten eventuell weniger danach fragen.
      „Wie müsste mein Leben sein?“, stattdessen sollten wir uns öfter die wichtige Frage stellen,

      „Was will durch mein kostbares Leben, so wie es nun einmal geworden ist, noch wachsen?“,

      Ich wünsche dir eine liebe und erholsame Gute Nacht
      Schlaf gut liebe Sandra

      Liebe Grüße Michael

    • Grüße dich.

      Ich bin ganz deiner Meinung.
      In diesem Foto mit der Rotkastanie ist es sehr auffällig und ich genieße immer noch diesen wunderschönen Anblick mitten in der schönen Landschaft.
      Es ist einfach edel und ein Eyecatcher.
      Watership Down scheint dich sehr geprägt zu haben, ich denke, es ist einer der Filme, die dich fasziniert haben.

      Liebe Grüße Michael

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