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Entschleunigung



Manchmal müssen wir dem Grau des Alltags entfliehen, um wieder zu spüren, was in uns lebt.
Still werden, den Lärm der Welt loslassen und für einen Augenblick nur bei sich selbst sein.
Nicht immer funktionieren, nicht immer geben, sondern innehalten und auch der eigenen Seele Raum schenken.


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2 Gedanken zu „Entschleunigung“

  1. Lieber Michael
    Tolles Spiel zwischen Schwarzweiss und Farbe. Ja, es ist so wichtig, der Seele Raum zu geben. Funktionieren ist in der Tat oft ein Dauerzustand, den man gar nicht mehr hinterfragt – vielleicht teilweise auch nicht hinterfragen darf, weil es kaum eine Alternative ist. Selbst dann findet man bestimmt einen Moment, tief durchzuatmen, sich einen Augenblick Zeit zu nehmen für sich, um einfach zu sein. Schön, wenn dieser Augenblick auch länger sein kann, man ihn etwas widmen kann (wie der Fotografie oder dem, was das eigene Herz sonst erfreut).

    Liebe Grüsse zu dir
    Sandra

    • Einen wunderschönen guten Morgen, liebe Sandra.

      Ich möchte dir einmal etwas Persönliches sagen, weil ich glaube, dass du verstehen kannst, was ich damit meine.

      Mit diesem ewigen „Das muss“, „Dies muss“ und „Jenes muss“ bin ich schon seit längerer Zeit durch. Dieser ständige Druck, der Stress, die Ausbeutung meiner Energie und das Gefühl, dass meine körperliche und mentale Verfassung dabei überhaupt keine Rolle spielt, haben mich irgendwann zu einem Menschen gemacht, den ich selbst kaum noch wiedererkannt habe.

      Ich musste irgendwann eine sehr große Entscheidung für mich treffen: Mache ich einfach weiter wie bisher, nur damit es für andere funktioniert? Oder fange ich endlich an, auch auf mich selbst zu achten?

      Ich habe mich für mich entschieden.

      Nicht, weil mir andere Menschen egal sind. Ganz im Gegenteil. Ich kann mich von Herzen für andere freuen, mit ihnen lachen, mit ihnen fühlen und genauso mit ihnen leiden. Aber ich habe gelernt, dass ich dabei selbst nicht mehr auf der Strecke bleiben darf.

      Ich weiß heute sehr genau, was es bedeutet, am Abgrund zu stehen. Ich weiß, wie es sich anfühlt, wenn man glaubt, nichts mehr zu haben und nicht mehr zu wissen, wohin der nächste Schritt führen soll. Ich habe in Bereiche meines Lebens geblickt, vor denen sich andere wahrscheinlich längst abwenden würden.

      Und dann kommen manchmal Menschen und sagen: „So schlimm kann es doch gar nicht gewesen sein“ oder „Stell dich nicht so an.“

      Aber niemand kann wirklich wissen, was in einem anderen Menschen vorgeht, wenn er nicht selbst einmal dort gestanden hat.

      Vielleicht bin ich deshalb heute ein wenig anders.

      Ich ticke anders. Ich fühle vieles anders. Ich bin nicht von der Stange, kein Sonderangebot und ganz sicher kein Schuhabtreter.

      Und weißt du was, Sandra? Heute kann ich das sogar annehmen.

      Ich muss nicht mehr jedem gefallen. Ich muss mich nicht mehr ständig erklären. Und ich muss mich auch nicht kleiner machen, damit sich andere größer fühlen.

      Ich bin einfach der Mensch geworden, der ich heute bin mit allem, was zu mir gehört, mit meinen Ecken, meinen Kanten, meinen Erfahrungen und auch meinen Verletzlichkeiten.

      Und genau deshalb bin ich so, wie ich jetzt bin.

      Nicht aus Härte, sondern weil ich gelernt habe, dass ich mir selbst irgendwann auch einmal die Hand reichen muss.

      Das ist eines der wichtigsten Dinge, die ich in meinem Leben gelernt habe.

      Ganz liebe Grüße in die Ferne zu dir.
      Ich hoffe, sie erreichen dich ein kleines Stück.
      Michael

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