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Er steht für so viel !



Dieser kleine, alte Birnbaum steht in einer alten Gärtnerei.
Gestern durfte ich ihn im Hinterhof entdecken.

Er ist nie groß geworden. Sein Stamm ist stark gezeichnet, gebrochen, stark verletzt, an manchen Stellen bereits vom Leben und der Vergangenheit gezeichnet.

Und trotzdem trägt er voller Kraft sein grünes Kleid.

Man hat ihm ein starkes Fundament gegeben.
Man hat ihn nicht aufgegeben, nur weil er nicht mehr vollkommen ist.

Im Gegenteil, er wird gepflegt, geliebt und geschätzt.
Nicht dafür, was aus ihm hätte werden können, sondern für das, was er bisher ausgehalten hat und für das, was er ist.

Er erinnert mich daran, dass auch wir nicht immer stark, gerade und unversehrt durchs Leben gehen müssen. Wir dürfen Narben haben. Wir dürfen Brüche haben. Und manchmal brauchen auch wir ein gutes und gesundes Fundament, das uns hält.

Vielleicht erzählt er damit auch ein wenig von uns Menschen.
Von den Stellen, an denen wir gebrochen wurden,
von den Narben, die geblieben sind
und von der Kraft, die trotzdem noch in uns wächst.


Ein alter, kleiner, von Verletzungen gezeichneter Birnbaum, der immer noch seine Blätter trägt und wächst.

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11 Gedanken zu „Er steht für so viel !“

  1. Lieber Michael
    Ja, die eigenen Narben und Verletzungen, die Zeugnisse der eigenen Verwundbarkeit – sie begleiten uns durchs Leben. Sie machten uns zu dem Menschen, der wir heute sind, doch ja, man hätte wohl gerne die eine oder andere vermieden – wenn es möglich gewesen wäre. Ich glaube nicht, dass Verletzungen Sinn ergeben, dass sie „für etwas gut“ sind – zum Beispiel dafür, ein guter Mensch zu sein, weil man die dunklen Zeiten gesehen hat. Wir legen diesen Sinn in sie hinein, vielleicht auch, um sie dadurch erträglicher zu machen und unser Hadern damit zu beenden. Das finde ich nicht negativ, im Gegenteil, ich denke, dass jedes Mittel richtig ist, das funktioniert und hilft, mit dem eigenen Leben im Reinen zu sein.

    Man könnte durchaus auch ohne Verletzungen (was wohl fast menschenunmöglich ist) zu einem „guten“ Menschen werden, würde man genügend Inttrospektion betreiben. Oft aber brauchen wir den Anstoss von aussen (eben durch unglückliche Zeiten), um deren Wert und Notwendigkeit zu erkennen.

    Ich mag solche alten Bäume, die von einem Leben zeugen. Ich mag die Spuren der Zeit, die Strukturen. Und ich mag Menschen, die hinschauen. Schön, dass du so einer bist.

    Liebe Grüsse
    Sandra

    • Guten Morgen, liebe Sandra.

      Vielen Dank für deine ausführlichen Gedanken.
      Ich möchte sie einfach so stehen und wirken lassen. Mehr muss ich dazu gar nicht sagen, was nicht schon von dir geschrieben wurde.

      Liebe Grüße in die Ferne zu dir.
      Michael

    • Hallo, Liebe Sandra.
      Deine Gedanken sind berechtigt.
      Erlaube mir aber, meine Sichtweise darzulegen. Nach einem Trauma wieder „gut“ zu werden, ist nicht für jeden möglich. Der Begriff „gut“ ist zudem relativ und für jeden individuell. Persönliche Narben sollten jedoch niemandem schaden, der nicht direkt damit zu tun hat. Um das zu begreifen, braucht man manchmal ein ganzes Leben, und selbst das reicht manchen nicht. Nur wenige schaffen es, nach einem persönlichen Trauma und den damit verbundenen Narben weiter zu wachsen und aufzublühen und gleichzeitig anderen Gutes zu tun. 🌞🌱

    • Moin und ein kräftiges AHOI von der Nordsee!

      Ich habe in weiser Voraussicht mit meiner Antwort gewartet. 😊

      Es wird eine kleine Überraschung geben, die ich morgen als neuen Beitrag veröffentlichen werde.

      Es ist erstaunlich, was ich heute in einem etwa 30-minütigen Gespräch vom Inhaber der Gärtnerei erfahren durfte. Die Geschichte hat mich wirklich tief berührt und vielleicht wird sie auch euch zu Tränen rühren.

      Dieser kleine Baum hat eine lange Geschichte hinter sich. Und ich kann euch schon jetzt sagen: Sie ist wunderschön.

      Liebe Grüße von der Nordsee
      Michael

  2. Das ist es, was mich an Bäumen fasziniert: sie lassen sich nicht unterkriegen und könnten je nach Alter und Standort unzählige Geschichten erzählen.

    • Hallo Erika.

      Genau diese Faszination durfte ich heute in Form einer kleinen aber rührenden Geschichte erleben. Diese Geschichte teile ich morgen mit euch.

      Vielen Dank für deine lieben Worte und deiner offenen Gedanken, diese Gedanken haben für mich einen hohen Stellenwert.

      Liebe Grüße
      Michael

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