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„Kleine Rebellion“


Die Sonne schien an diesem Tag im Jahr 2023 unbarmherzig vom Himmel, die Temperaturen waren am Anschlag und auf dem Wochenende an der Jade in Wilhelmshaven herrschte buntes Treiben.

Natürlich war ich vor Ort, mit meiner Kamera unterwegs, immer auf der Suche nach den schönen Momenten. Ich fotografierte die Schausteller, die Attraktionen, die Buden und all das, was dieses Fest so lebendig macht.

Ich war ganz in meinem Element.

Und plötzlich hörte ich hinter mir eine laute Stimme. So selbstverständlich und selbstbewusst, dass ich einfach nicht darüber hinweghören konnte.

Ich drehte mich um und da stand er: der kleine Rebell. Mit seiner Sonnenbrille, seinem kleinen Gefährt und der Hand in der Luft, das Victory-Zeichen zeigend.

Dazu diese wunderbare Portion Frechheit, die ihm einfach ins Gesicht geschrieben stand.

Er stand da, als hätte er seinen Auftritt im Vorfeld geprobt. Völlig selbstverständlich, ganz locker und so, als wäre es das Natürlichste auf der Welt.

Natürlich musste ich diesen Moment festhalten.

Nachdem ich ihn fotografiert hatte, ging ich zu ihm, gleich darauf kam seine Mutter dazu.

Sie lachte und erzählte mir, dass der Junge Mann zu einer Schaustellerfamilie gehört, ihr Junge tatsächlich ein kleiner Rebell sei und immer fotografiert werden möchte, sobald er eine Kamera entdeckt.

Auch dieses Foto durfte anschließend in den Besitz der Familie wandern.

Und genau dafür möchte ich Danke sagen: all den Menschen, die mir ihr Vertrauen schenken und mir erlauben, solche besonderen Augenblicke mit anderen zu teilen.




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Ein Gedanke zu „„Kleine Rebellion““

  1. Dann, lieber Michael,

    will ich es gleich einmal probieren, ob meine Gedanken hier Platz finden.

    Ich habe viele Jahre mit Kindern gearbeitet. Dabei habe ich introvertierte junge Menschen wie extrovertierte kennengelernt. Das ist eine sehr grobe Einteilung – und das ist mir auch bewusst. Doch im Leben spielt es eine große Rolle, wie wir uns schon früh in der Welt erleben und uns in ihr zurechtfinden.

    Wer mutig und selbstbewusst ist und bleibt, der wird sich behaupten können. Ich habe mich nach Kräften bemüht, Kinder zu stärken, sie wertzuschätzen. Die Stillen haben sich an meiner Seite immer wohl gefühlt, weil sie spürten, dass ich nicht urteile – und dass ich dafür besonders viel Verständnis hatte, weil ich selbst sehr still und intensiv fühle.

    Heutzutage ist es wohl eine Gabe, zu beobachten und das erst einmal ohne einschränkenden Kommentar.

    Dass Du mit dieser Gabe reichlich vom Leben beschenkt bist, zeigen Deine Bilder – und das ist es auch, was ich sehr berührend finde.

    In diesem Sinne ein ganz großes Victory-Zeichen, das ich Dir auf diesem Wege übermitteln möchte.

    Herzliche Grüße, C Stern

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